Vom Inselstromverein zum Verein Rahnsdorfer Inseln e.V.

Es war so um die Jahrhundertwende (nicht die letzte); die zum 20. Jahrhundert. Edison hatte 1880 die Glühlampe, auch gerne Glühbirne genannt erfunden. Berlin boomte, wurde die größte Stadt seiner Zeit weltweit. Das Bürgertum aber auch die Arbeiterschaft zog es in die grüne Umgebung der Stadt. So auch in den Landkreis Barnim, wo der Müggelsee lag. Camping wurde erfunden "Hier können Familien Kaffee kochen" in der Natur. Ausflugsgaststätten entstehen, wie 1897 "Neu Helgoland" am Südufer der Müggelspree in der Nähe des kleinen Müggelsees und direkt gegenüber den Rahnsdorfer Inseln. Kelchsecke, Entenwall, damals noch Lausewall genannt und im Osten der Dreibock.

Zur gleichen Zeit kauften die ersten Siedler Grundstücke auf den Inseln die bis dahin im Besitz der Rahnsdorfer Fischerfamilien waren. Erst ein Zelt, dann eine Hütte, ein Anbau ein Geräteschuppen. Ach ja, da war doch noch was...

...der Edison hatte die Glühlampe erfunden. Berlin wurde ab 1888 elektrifiziert. Aber erst nach dem ersten Weltkrieg konnte sich elektrisches Licht mehr und mehr durchsetzen. Der Preis wurde erschwinglich und die Begehrlichkeit geweckt, diese fortschrittliche Technik auch auf den Inseln zu nutzen.
Gesagt, getan; der Anbieter hieß BEWAG.

 

           - Also Inseln an BEWAG: Wir wollen Strom...
           - BEWAG an Inseln: Aber gerne, in Rahnsdorf steht ein Trafohäuschen, den Rest müsst Ihr selber machen.

 

Ein Juristische Peron musste her. Das war die Geburtsstunde des Vereins "Inselstrom ". Leider fehlen uns heute alle Unterlagen über die Gründung des Vereins. Wer waren die Gründer? Wann genau wurde der Verein gegründet bleibt heute im Dunklen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Idee ca. 1927 entstand und die Gründung um das Jahr 1930 liegt. Sollte jemand noch eigene Berichte haben oder Berichte von seinen Vorfahren kennen, die Aufschluss geben könnten würde sich der Chronist sehr über jede Information freuen.
Ein wenig Planung, ein paar Holzmasten, etwas Freileitungsdraht und fertig war das erste Freileitungsnetz. Der Dreibock, der Südteil des Entenwalls und Kelchsecke hatten "Strom". Erst einmal nur fürs Licht. Später kamen immer mehr Anwendungen dazu. Die Versorgung mit Elektroenergie war zu jeder Zeit, auch in den Kriegswirren des 2.Weltkriegsdas und den Jahren danach stabil gesichert.
Die Jahre gingen ins Land, der Verbrach an Elektroenergie stieg, Die Anlage, vor allem die Holzmasten mussten dann dringend erneuert werden. Und so folgerichtig ca. 1968 die Auflage vom Energieversorger (immer noch BEWAG) die Anlage zu erneuern. Eilig wurden Holzmasten angeschafft und Stopp...

...wir waren wieder keine juristische Person. Was nun? Wir hatten die DDR und den Sozialismus. Nur eingetragene Vereine, so auch den unseren gab es nicht mehr. Die DDR hatte einen "Verein der Siedler und Kleintierzüchter" indem wir mit einer eigenen Sparte unterkamen. So gerüstet ging es unter Leitung der klügsten Köpfe der Inseln in die Planung. Dieses mal richtig und zukunftsorientiert. Ein modernes Kabelnetz sollte her. Beziehungen, die damals sehr wichtig waren, hatten wir. Ob zum Planungsbüro, zu Behörden oder ganz wichtig zum VEB Kabelwerk Oberspree.
Wichtig war auch Arbeitskraft. Das Zauberwort hiss Arbeitseinsatz am Wochenende. Und obwohl sich einige, schon damals betuchtere Mitglieder mit 10,- Mark pro Stunde von den Strapazen hätten "freikaufen" können, haben alle bei den Einsätzen mitgewirkt. So auch der weltbekannte Jazzmusiker und Hollywood-Komponist Günther Fischer neben dem ich beim Kabelgraben schwitzen durfte. Die Kabel wurden glücklicher Weise damals schon so konzipiert, dass sie den heutigen, wesentlich höheren Verbrauchsanforderungen genügen und keine Kabel wegen zu geringer Querschnitte getauscht werden müssen.
Es war Anfang der 70er als die Anlage fertig war. Nun hatten auch alle Grundstücke auf der Nordseite vom Entenwall Elektroenergie. Auch während des Umbaus war die Versorgung immer stabil und so blieb es dann auch in den nächsten Jahren. Die "Macher" zogen sich irgendwann zurück. Der Verein bekam eine andere Ausrichtung. Es gab die ersten Kinderfeste, Projekte wie die Steganlage in der Hechtstrasse und am Entenwall Nord wurden geplant und umgesetzt. Dann sollte der Sozialismus auch unsere Wochenenden erreichen. Der Vorstand verteilte Bögen in denen die Mitglieder doch für den sozialistischen Wettbewerb und zum Wohle der DDR ihre Ernteergebnisse eintragen sollten. Das führte dann nur noch zu Kopfschütteln.
Aber zum Glück kam ja dann ganz plötzlich 1889 die Wende. Wir waren ein Deutschland, hatten aber keinen Kleingartenverband mehr. Und immer noch die BEWAG. Die beauflagte uns, unsere Anlage den neuen, nun bundesdeutschen Standards anzupassen. Und richtig, wir waren wieder keine juristische Person. Also der Versuch der Wiederbelebung von Inselstrom e.V. Aber nicht mit dem Amtsgericht Charlottenburg. Keine Unterlagen zum alten Verein und keine Zeitzeugen mehr; das geht ja gar nicht.
Also Neugründung eines eingetragenen Vereins. Das dies so schwierig sein könnte hätten sich die Gründungsväter des neuen Vereins Rahnsdorfer Inseln e.V. auch nicht gedacht. Es dauerte von 1990 bis zum 03.09.1992 bis zur ersten Fassung und dann aber noch einmal 16 (sechzehn) Jahre bis zur endgültigen heute noch gültigen Fassung der Satzung vom 01.06.2008. Neben dem ursprünglichen Thema Stromversorgung sind nun auch der aktive Schutz der Natur und die Förderung des Vereinslebens mit nachbarschaftlichen Veranstaltungen dazu gekommen.
Die erforderlichen Arbeiten am Verteilernetz für die Elektroenergie konnten 2015 abgeschlossen werden, Lediglich der Umbau auf Außenzählung auf dem Dreibock steht in diesem Jahr noch aus.

2015 wurden erstmalig die Segnungen des Netzes zur Information und Einladung der Mitglieder genutzt. Der Verein hat eine eigene Mailadresse Vorstand.vri@gmail.com. Diese wird inzwischen schon sehr rege genutzt um Gedanken und Informationen auszutauschen. Insbesondere zum Thema Unterschutzstellung der Region Müggelsee wurde das Medium stark genutzt. Beiträge zum Verfahren und zu unseren Stegen finden Sie zukünftig auch unter "Aktuelles".

2016 wurden zwei alte Traditionen wiederbelebt. Am 18.08.2016 fand vormittags ein Arbeitseinsatz und am Nachmittag ein Kinderfest statt. Beide Veranstaltungen wurden rege angenommen. Zugegeben das Kinderfest war höher frequentiert aber auch die Arbeitsergebnisse des Vormittags konnten sich sehen lassen. Alle Teile unseres Verteilernetzes sind wieder gefahrlos zu erreichen. Das und strahlende Kinderaugen sind Ansporn in diesem Jahr beides wieder zu organisieren.

Seit Anfang dieses Jahres arbeite ich nun an den Entwürfen für unsere eigene Website unter der Domain Rahnsdorfer-Inseln.de. Auch diese soll der Information der Mitglieder, dem Gedankenaustausch und unserer Darstellung nach Außen dienen.

 

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